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2023-09-20 | congress

PAPER ALIVE!

 

Unter dem Motto „Paper alive!“ trafen sich vom 12. bis 16. September in Dresden mehr als 100 internationale Papierkünstler*innen beim Kongress der IAPMA, der International Association of Hand Papermakers and Paper Artists. Wir – Anke Meixner, Petra Walter-Moll und Ute Fürstenberg – nahmen für paho. Zentrum für Papier daran teil. Now the intensive days are over. With a lot of impressions we went home.

In der lecture hall, dem Vorlesungssaal der Hochschule für Bildende Künste, wurden täglich mehrere Vorträge über die unterschiedlichsten Arten der Herstellung und künstlerischen Verwendung von handgeschöpftem Papier gehalten. Besonders interessant war für uns das Referat des amerikanischen Designers Steve Kostell, der über ein großes Projekt der Universität Illinois zur Herstellung von Papier aus Frischfasern der Hanfpflanzen berichtete.

Bei einer Führung durch die altehrwürdigen Mauern der bereits 1764 gegründeten Hochschule an der Brühlschen Terrasse konnten wir die im Krieg ausgebrannte und kürzlich restaurierte Bibliothek, das sogenannte Oktogon, besichtigen und (sehnsüchtige) Blicke in die weiträumigen Ateliers und die fantastisch ausgestatteten Werkstätten werfen – die Druckwerkstatt, die Papierwerkstätten und das Farblabor. Hier studieren!

In der Werkstatt für Handeinband hielten wir unseren Vortrag über die Zusammenhänge von paho, unsere bisherigen Kunstprojekte und unseren Weg vom Nutzhanf zum Hanfpapier im Ergebnis der Sommerakademie 2022. Anke Meixner und Janet Sifft als IAPMA-Mitglieder hatten zuvor die Werkstatt für Papierschöpfen nutzen können und so konnten wir bei unserem gut besuchten Vortrag nicht nur die bereits vorhandenen, sondern auch neue Papierproben aus frisch geernteten Hanfpflanzen und aus gehäckseltem Material aus dem ATB zeigen. Inspiration und neue Kontakte brachte auch unsere Beteiligung am “papermarket” im Stadtmuseum.

Die Papierkunstausstellung, die den Kongress jeweils begleitet, fand in diesem Jahr im Wasserpalais von Schloss Pillnitz statt. Sie wurde nicht nur durch den Direktor des Kunstgewerbemuseums, sondern auch durch Vertreter*innen der Stadt Dresden und des Landes Sachsen und durch die Kulturministerin Ugandas eröffnet. Die ugandische Stiftung The Xsabo Foundation unterstützte den Kongress, um die Zusammenarbeit zwischen Uganda, Deutschland und der Weltgemeinschaft zu fördern. Die Erfahrung und die Gewissheit, Teil eines internationalen Netzwerks zu sein, war dann auch für uns das prägendste Erlebnis. Es macht Mut, auch fernab der Kunstzentren weiterzumachen. Danke IAPMA und danke Dresden.

Fotos: Petra Walter-Moll

2023-09-10 |  print

KALENDER 2024 “FRANZISKA ZÄNKER | BUNTPAPIERE”

 

Seit 2015 erscheint der paho-Wandkalender, bisher immer in klassischer Form mit Deckblatt, Monatsblättern, Rückpappe, Ringbindung. Jetzt war Zeit für ein Update! Künftig wird der Planer jedes Jahr neu als Papierkunstobjekt gestaltet, experimentell und exklusiv.
Den Auftakt macht FRANZISKA ZÄNKER, Künstlerin und Designerin aus Neuruppin. Inspiriert durch die “Muster im Rausch”-Projekte hat sie die Kreation von Buntpapieren – speziell Kleisterpapieren – für sich als neues Metier entdeckt. Der Kalender 2024 zeigt zwölf ihrer Designs in farblich abgestimmtem Layout, gedruckt auf einem Bogen, in Schlangenbuchtechnik gefaltet. Umblättern garantiert da den Aha-Effekt.

KALENDER 2024
FRANZISKA ZÄNKER | BUNTPAPIERE

ein Bogen, offenes Format 840 x 1120 cm, Kalenderformat 28 x 56 cm, geschlossenes Format 28 x 28 cm
gestrichenes Papier 170 g/qm, gefaltet in Schlangenbuchtechnik
mit drei Ars Nova Klammern für Halt und Aufhängung
12,00 Euro zzgl. Versand

Shop

2023-05-15 | workshop

FASERWERKSTATT

 

Anfang Mai unternahmen ANKE MEIXNER, PETRA WALTER-MOLL und UTE FÜRSTENBERG Versuche zur Fasergewinnung und Papierherstellung aus Hanf. Dazu wurde das auf dem Musterfeld in Großderschau selbst angebaute und geerntete Hanfstroh zunächst in der Pilotanlage des Leibniz-Instituts für Agrarwirtschaft und Bioökonomie (ATB) in Potsdam geschnitten und zerkleinert. In der paho-Werkstatt in Großderschau wurden dann mit den verschiedenen Margen nächste Schritte zur Herstellung von Pulpe unternommen. Zum Tag des offenen Ateliers konnten abschließend erste Ergebnisse gezeigt werden. Mehr dazu hier.

Im Zusammenhang mit dem Projekt kommt das ATB zu der Frage, ob Hanf eine vielversprechende Ressource für die Herstellung von Papier und anderen Produkten in größerem Stil werden kann. Ein Blick auf das Kunstprojekt im Newsletter des ATB hier.

Der Nordwesten Brandenburgs kann auf eine spezifische Industriekultur, auf eine außergewöhnliche Vielfalt faserstofferzeugender und -verarbeitender Produktionsorte, zurückblicken. Dazu recherchierte der Industriearchäologe SVEN BARDUA im Rahmen der Sommerakademien 2021 und 2022.

Gefördert vom Landkreis Havelland
Fotos: © Petra Walter-Moll (1), Anke Meixner (2, 3)